Die Erlebnissen in den Feriendörfern

Halb ernst halb im Spaß hat Fiorello die Jahren, in denen er in den Touristendörfern gearbeitet hat, immer als „ewige Ferien“ definiert. Das war nicht wahr, da er von morgens bis abends schuftete um die Gäste zu unterhalten. Dennoch gibt er zu, daß er eine gewisse sorglose Mentalität hatte. Von dieser Zeit bleiben die guten Treffen und viele wundervolle Erinnerungen.
Es würde ironisch erscheinen Fiorello, als er in den Touristendörfern arbeitete als „Urlauber“ zu bezeichnen, da er von morgens bis abends schuftete, er hatte keine festen Arbeitszeiten und auch in den Pausen bemühte er sich neue „Nummern“ und „Attraktionen“ zu erfinden. Wirkliche Urlauber waren die anderen, die die er als Animateur unterhielt. Dennoch gibt er selbst zu, daß er mit einer „Feriendorf“-Mentalität aufgewachsen ist und Mühe hatte sie abzulegen. 1994 hören wir ihn sagen: „Ich war immer dort drinnen eingeschlossen. Ich hatte alles gemacht vor dem Animateur. Hilfskoch, Barmann. Im Sommer am Meer und im Winter in den Bergen. Ich hatte vergessen, daß es noch bürgerliche Kleidung gab: ich wechselte von den Bermudas und Sommerhemden zu den Windjacken, Schistiefeln und Moonboots. Ich war ein fröhlicher lebenslänglich Verurteilter in der notgedrungenen Uniform der Freizeit. Als ich nach Mailand kam fühlte ich mich anfangs benommen. Ich hatte sogar Angst die Straße zu überqueren. Der Verkehr bestürzte mich und die Aktivität der Mailänder, immer in Bewegung. Heute bin ich in der Schule von Cecchetto mehr Lombarde als die Lombarden...“
Sehen wir in welchen Dörfern Fiorello gearbeitet hat. Sein Debüt gab er `78 bei Brucoli in der Nähe von Augusta. Das war bei ihm zu Hause, nicht mehr als ein Sommerjob für einen Studenten, der etwas verdienen will. Und so hat er für ein paar Jahre weitergemacht. `82 leistet er seinen Militärdienst: im Ausbildungszentrum für Rekruten in Bari, Wehrdienst in Sacile in der Provinz von Pordenone. Als er entlassen wurde hat er gleich wieder angefangen. Er wird `83 zur Costa d’Avorio geschickt, an einen Ort, der Les Palatudières genannt wird. `84 - `85 ist er in Nicotera in Kalabrien und in San Sicario im Piemont. Und dann ist er in Kalabrien, in Simeri und in Pila im Aostatal. Und immer fortfahrend mit der Sommer-Winter-Verbindung, in Ostuni (Brindisi) und in Marilleva im Trentino. Und außerdem tritt er in Übersee in El Kebir in Tunesien auf. Danach in Santo Stefano auf Sardinien, und dann kehrt er nach Simeri zurück, wo er Bernardo Cherubini, den Bruder von Jovanotti und Bogenschießlehrer, kennenlernte. Der Pfeil war damit abgeschossen.